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SVB Gläser Sachverständigenbüro
Ratgeber · Feuchte & Schimmel

Schimmel selbst entfernen oder Fachfirma?

Ein kleiner Fleck in der Ecke – kurz wegwischen oder lieber den Profi rufen? Es gibt eine brauchbare Faustregel für die Größe. Aber die Fläche ist nur die halbe Antwort: Entscheidend ist, woher die Feuchtigkeit kommt.

Marcel Gläser, M.Sc.Bau-Sachverständiger24.06.2026ca. 6 Min. Lesezeit Aktualisiert Juni 2026
Auf einen Blick
  • Faustregel (UBA): bis ca. 0,5 m² oberflächlich → oft selbst machbar.
  • Fachfirma bei größerer Fläche, tiefem/wiederkehrendem Befall oder nach Wasserschaden.
  • Bei gesundheitlich Vorbelasteten (Kinder, Immungeschwächte) lieber Profi – Gesundheitsfragen klärt der Arzt.
  • Nie überstreichen – das verdeckt nur.
  • Der wichtigste Schritt ist immer die Ursache, sonst kommt der Schimmel wieder.

Die Faustregel: 0,5 Quadratmeter

Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes (UBA) gibt eine praktische Orientierung. Vereinfacht: Ein kleiner, oberflächlicher Befall bis etwa 0,5 m² auf glatten Materialien lässt sich unter Schutzmaßnahmen oft selbst entfernen. Bei größerer Fläche, tiefem oder ausgedehntem Befall sollte eine Fachfirma ran – ebenso, wenn empfindliche Personen im Haushalt leben.

Wenn Sie selbst Hand anlegen

Bei kleinem, oberflächlichem Befall auf glatten Flächen:

  • Schutz: Handschuhe, Atemschutz (FFP2/FFP3), Fenster auf, Tür zum Raum zu.
  • Mittel: 70- bis 80-prozentiger Alkohol auf glatten Oberflächen. Kein trockenes Bürsten oder Schleifen – das wirbelt Sporen auf.
  • Poröse Materialien wie Tapete, Gipskarton oder verschimmeltes Silikon lassen sich nicht „sauber putzen" – sie werden ausgetauscht.
  • Nicht überstreichen und nicht einfach abdecken.

Wann es ein Fall für die Fachfirma ist

  • Befallene Fläche größer als ca. 0,5 m² oder mehrere Stellen.
  • Tiefer Befall – im Putz, in der Dämmung, in der Konstruktion.
  • Wiederkehrender Schimmel trotz Reinigung.
  • Schimmel nach einem Wasserschaden oder bei modrigem Geruch ohne sichtbare Stelle (verdeckter Befall).
  • Gesundheitlich vorbelastete Bewohner – Säuglinge, Allergiker, Immungeschwächte.

Der wichtigste Punkt: die Ursache

Egal ob Sie selbst reinigen oder eine Firma beauftragen – solange die Feuchtequelle bleibt, kommt der Schimmel wieder. Genau hier setze ich an: Ich kläre unabhängig, ob eine Wärmebrücke, aufsteigende Feuchte, eine Leckage oder das Lüftungsverhalten dahintersteckt, und wie weit der Befall reicht – mit Feuchtemessung, Thermografie und, bei Verdacht auf verdeckten Befall, weiterführender Diagnostik. So sanieren Sie einmal richtig statt dreimal vergeblich. Mehr dazu auf der Seite Feuchte & Schimmel.

Und bei größerem Befall?

Eine fachgerechte Sanierung umfasst mehr als das Abwischen: einen abgeschotteten Arbeitsbereich (Schwarz-Weiß-Bereich), Schutzmaßnahmen, die richtige Reihenfolge und am Ende eine Erfolgskontrolle. Den Rahmen dafür beschreibt die Seite Sanierungsrahmen.

Hinweis zur Gesundheit: Ob Schimmel Ihre Beschwerden verursacht, kann nur ein Arzt beurteilen. Ich bewerte das Gebäude – Ursache, Ausmaß und den Weg zur dauerhaften Lösung.

Häufige Fragen

Ab welcher Größe sollte eine Fachfirma ran?

Als Faustregel nach dem UBA-Schimmelleitfaden gilt: Bis etwa 0,5 m² oberflächlicher Befall auf glatten Flächen können Sie es unter Schutzmaßnahmen oft selbst entfernen. Bei größerer Fläche, tiefem oder wiederkehrendem Befall, nach einem Wasserschaden oder bei gesundheitlich vorbelasteten Bewohnern gehört es in fachkundige Hände.

Kann ich Schimmel mit Essig oder Chlor entfernen?

Essig ist auf vielen mineralischen, kalkhaltigen Untergründen ungeeignet und kann sogar Nährstoffe liefern. Für kleine Flächen auf glatten Materialien eignet sich 70- bis 80-prozentiger Alkohol besser. Chlor- oder Biozidprodukte sind für Laien nicht zu empfehlen. Wichtig sind Handschuhe, Atemschutz und gute Lüftung.

Reicht es, den Schimmel zu überstreichen?

Nein. Überstreichen verdeckt den Befall nur, beseitigt ihn aber nicht – er wächst weiter und kommt durch. Schimmel muss entfernt und die Feuchtigkeitsursache behoben werden.

Warum kommt der Schimmel immer wieder?

Weil die Ursache nicht behoben ist. Schimmel wächst nur bei dauerhafter Feuchtigkeit. Solange die Feuchtequelle – etwa eine Wärmebrücke oder eine Leckage – besteht, ist die Reinigung nur eine Frage der Zeit bis zum nächsten Befall.

Ursache klären, einmal richtig sanieren

Schicken Sie mir ein Foto der betroffenen Stelle und eine kurze Schilderung. Ich ordne ein, wie groß das Problem wirklich ist und woher die Feuchtigkeit kommt.

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Marcel Gläser, Bau-Sachverständiger aus Leipzig
Über den Autor

Marcel Gläser, M.Sc.

Bau-Sachverständiger mit über 15 Jahren Praxis als Bauträger – Planung, Ausführung und als Bauherr aus eigener Erfahrung. TÜV-zertifiziert und BVSV-Bau-Sachverständiger für Versicherungsschäden am Bau. Tätig in Leipzig, Sachsen und Sachsen-Anhalt.

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