Schimmel selbst entfernen oder Fachfirma?
Ein kleiner Fleck in der Ecke – kurz wegwischen oder lieber den Profi rufen? Es gibt eine brauchbare Faustregel für die Größe. Aber die Fläche ist nur die halbe Antwort: Entscheidend ist, woher die Feuchtigkeit kommt.
- Faustregel (UBA): bis ca. 0,5 m² oberflächlich → oft selbst machbar.
- Fachfirma bei größerer Fläche, tiefem/wiederkehrendem Befall oder nach Wasserschaden.
- Bei gesundheitlich Vorbelasteten (Kinder, Immungeschwächte) lieber Profi – Gesundheitsfragen klärt der Arzt.
- Nie überstreichen – das verdeckt nur.
- Der wichtigste Schritt ist immer die Ursache, sonst kommt der Schimmel wieder.
Die Faustregel: 0,5 Quadratmeter
Der Schimmelleitfaden des Umweltbundesamtes (UBA) gibt eine praktische Orientierung. Vereinfacht: Ein kleiner, oberflächlicher Befall bis etwa 0,5 m² auf glatten Materialien lässt sich unter Schutzmaßnahmen oft selbst entfernen. Bei größerer Fläche, tiefem oder ausgedehntem Befall sollte eine Fachfirma ran – ebenso, wenn empfindliche Personen im Haushalt leben.
Wenn Sie selbst Hand anlegen
Bei kleinem, oberflächlichem Befall auf glatten Flächen:
- Schutz: Handschuhe, Atemschutz (FFP2/FFP3), Fenster auf, Tür zum Raum zu.
- Mittel: 70- bis 80-prozentiger Alkohol auf glatten Oberflächen. Kein trockenes Bürsten oder Schleifen – das wirbelt Sporen auf.
- Poröse Materialien wie Tapete, Gipskarton oder verschimmeltes Silikon lassen sich nicht „sauber putzen" – sie werden ausgetauscht.
- Nicht überstreichen und nicht einfach abdecken.
Wann es ein Fall für die Fachfirma ist
- Befallene Fläche größer als ca. 0,5 m² oder mehrere Stellen.
- Tiefer Befall – im Putz, in der Dämmung, in der Konstruktion.
- Wiederkehrender Schimmel trotz Reinigung.
- Schimmel nach einem Wasserschaden oder bei modrigem Geruch ohne sichtbare Stelle (verdeckter Befall).
- Gesundheitlich vorbelastete Bewohner – Säuglinge, Allergiker, Immungeschwächte.
Der wichtigste Punkt: die Ursache
Egal ob Sie selbst reinigen oder eine Firma beauftragen – solange die Feuchtequelle bleibt, kommt der Schimmel wieder. Genau hier setze ich an: Ich kläre unabhängig, ob eine Wärmebrücke, aufsteigende Feuchte, eine Leckage oder das Lüftungsverhalten dahintersteckt, und wie weit der Befall reicht – mit Feuchtemessung, Thermografie und, bei Verdacht auf verdeckten Befall, weiterführender Diagnostik. So sanieren Sie einmal richtig statt dreimal vergeblich. Mehr dazu auf der Seite Feuchte & Schimmel.
Und bei größerem Befall?
Eine fachgerechte Sanierung umfasst mehr als das Abwischen: einen abgeschotteten Arbeitsbereich (Schwarz-Weiß-Bereich), Schutzmaßnahmen, die richtige Reihenfolge und am Ende eine Erfolgskontrolle. Den Rahmen dafür beschreibt die Seite Sanierungsrahmen.
